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Dreifaltigkeitskirche

Thema
Anders Leben in der Stadt

Initiator
Wohn+Stadtbu Wohnungsunternehmen der Stadt Münster GmbH, Frau Sandra Wehrmann

Urheber/Architekt
Pfeiffer Ellermann Preckel GmbH / Architekten und Stadtplaner BDA, Frau Dipl.-Ing. Andrea Piehl

Bauherr
Wohn+Stadtbu Wohnungsunternehmen der Stadt Münster GmbH, Frau Sandra Wehrmann

Standort
Grevener Straße 102
48159 Münster

Kontaktdaten
Sandra Wehrmann
Steinfurter Straße 60
48149 Münster
info@pep-arch.de

Die Dreifaltigkeitskirche ist durch ihre exponierte Lage am stark frequentierten Stadtring ein wichtiger Orientierungspunkt mit straßenbildprägender Wirkung. Das neue Konzept sieht die Umnutzung des Baukörpers durch einen Mix aus Wohnen und gewerblichen Räumen vor.
Die zwei Wohngruppen in den unteren Geschossen des Kirchenschiffs und die Büroflächen darüber werden über separate Zugänge mit Treppenhaus und Aufzug erschlossen. Zudem wird rückwärtig auf dem Kirchengelände zusätzlicher Wohnraum in Form von zwei Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 18 Wohnungen geschaffen. Die Baukörper bilden einen dreiseitig umschlossenen, grünen Innenhof. Die drei weiteren Etagen werden gewerblich genutzt und sind an unterschiedliche Firmen vermietet. So sind u.a. eine große Werbeagentur und eine physiotherapeutische Praxis Nachbarn der Wohnraummieter. Durch Verwendung von Lichtbändern in der denkmalgeschützten Gebäudehülle wurde der Charakter der Klinkerfassade erhalten und die flexible Nutzung der Innenräume ermöglicht. Zur Belichtung und Belüftung der neuen Räume wurde ein Lichthof mittig in das Kirchenschiff gesetzt, um die historische Kirchenschiffhöhe weiterhin erfahrbar und ablesbar zu machen.
Durch die Umnutzung des ehemaligen Kirchbaus entstand in Münsters Norden ein neuer Stadtbaustein für Mischnutzung aus gefördertem sozialen Wohnen und Büronutzung. In den unteren Geschossen des Kirchenschiffs befinden sich zwei Wohngruppen der Wohnungslosenhilfe mit ambulanter Betreuung. Diese Räumlichkeiten bestehen aus Einzel-Appartements und gemeinsamen Aufenthaltsbereichen für ältere und suchtkranke Menschen auf insgesamt 800m² Fläche. Auch die 45 bis 60 m² großen Sozialwohnungen in den Neubauten sind barrierefrei ausgebaut und werden über die Kirche erschlossen.
Die Umgestaltung erfolgte in enger Abstimmung mit der Denkmalbehörde. Nach dem Umbau sind an der Außenhülle nur subtile Hinweise auf die neue Nutzung ablesbar. PKW-Stellplätze wurden in einer Tiefgarage untergebracht und die neu erbauten Wohnhäuser halten die Fluchten des Kirchenbaus ein, so dass sie vom Stadtring aus nicht zu sehen sind. Moderne Fensterbänder mit pulverbeschichteten Aluminiumfenstern wurden geschickt in die Backsteinfassade integriert. Auch die schmalen Profile der Pfostenriegelkonstruktion des Portals sowie die mauerwerksbündigen Fensteröffnungen im Bereich der Apsis halten sich optisch im Hintergrund. Das einsturzgefährdete Dach des Langhauses konnte durch das Einbringen des Lichthofes in seiner ursprünglichen Form bewahrt werden. Beim Betreten des Portals blickt der Besucher in den gebäudehohen Lichthof, welcher die Vertikalität des ehemaligen Kirchenschiffs zwar wiederholt und sogar überhöht, aber durch Materialwahl und geometrische Ausrichtung der Brücken die Profanierung des ehemaligen Gotteshauses verdeutlicht. In der zugänglichen Apsis bleibt der sakrale Charakter des Innenraumes erhalten. Portal, Lichthof und Apsis wurden als gebäudehohe Lufträume ausgebildet um eine natürliche Belichtung und Belüftung der Geschosse zu ermöglichen.

Das Projekt ist Teilnehmer des Ausschreibungsverfahrens "NRWlebt. Anders. Neu. Originell.".


Dreifaltigkeitskirche Münster, Ansicht West
© Rolf Keisker, Hansell

 

 

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Demografischer Wandel

Positionspapier AKNW
Das Positionspapier der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen zum Demografischen Wandel (2012) können Sie hier herunterladen:
Positionspapier Demografischer Wandel

 

 

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